Vom Augustiner Keller bis zum Viktualienmarkt – Münchens Biergarten-Vielfalt

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Es mag vieles geben, was München anderen Großstädten voraushat, aber die immense Anzahl an Biergärten stellt eine unverkennbare Besonderheit dar. Weit über 100 dieser Freizeitoasen verteilen sich über das Stadtgebiet – und jeder findet hier etwas nach seinem Geschmack. Es gibt sowohl große urbane Gastronomiebetriebe wie den Augustiner Keller, als auch dörflich geprägte Wirtsgärten, populäre Touristenmagnete wie den Biergarten am Viktualienmarkt und versteckte kleine Juwelen. Wo auch immer Sie in München gerade sind – der nächste Biergarten ist bestimmt nicht weit.

Es begann mit einem königlichen Erlass.

Die ersten Einrichtungen dieser Art, wie der Augustiner Keller, entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Regentschaft von König Ludwig I. Damals war die beliebteste Biersorte ein dunkles Lagerbier, das auf Ludwigs Geheiß nur im Winter gebraut werden durfte, da seine Gärung Temperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius erforderte. Damit man das Bier aber auch im Sommer genießen konnte, musste es bis dahin kühl gehalten werden. Die großen Münchner Brauereien trieben riesige Keller in den Erdboden, deren Oberfläche mit Kies abgedeckt und mit Schatten spendenden Kastanienbäumen bepflanzt wurde. Schon bald entwickelte sich aus dieser praktischen Maßnahme ein beliebtes kulinarisches Freizeitvergnügen: Tische und Bänke wurden aufgestellt, Bier und bayerische Schmankerl verkauft – sehr zum Ärger kleinerer Brauereien und Restaurants, die weniger Umsatz machten. Um diesen Missstand zu beseitigen, erließ der König ein bis heute gültiges Dekret, das es Biergartenbesuchern erlaubt, ihre eigene Verpflegung mitzubringen.

Hitparade der Biergärten

Der älteste, noch heute existierende, Biergarten Münchens ist der im Jahr 1812 eröffnete Augustiner Keller, der zentral in der Arnulfstraße nahe dem Hauptbahnhof liegt. Mit über 5.000 Sitzplätzen ist er zugleich der drittgrößte. Rang zwei belegt der „Biergarten am Chinesischen Turm” im Englischen Garten, der es auf insgesamt rund 7.500 Sitzplätze bringt, und an erster Stelle steht der „Königliche Hirschgarten”, in dem über 8.000 Gäste Platz finden.

Noch sehr jung, aber umso beliebter, ist der 1970 eröffnete Biergarten am Viktualienmarkt mitten im Stadtzentrum. Sie möchten zum Bier mal etwas anderes essen als Weißwurst oder Leberkäs? Kein Problem – ringsherum finden Sie eine beeindruckende kulinarische Vielfalt. Zu den zahlreichen Marktständen und Metzgereien ist 2015 eine weitere Attraktion hinzugekommen: das Feinkostparadies Eataly in der nahegelegenen Schrannenhalle. Auf einer Fläche von 4.600 Quadratmetern können Sie hier nahezu alles kaufen, was Italien für Feinschmecker zu bieten hat – sei es Käse, Wurst, Schinken, Pizza, Pasta oder Brot.

Zu den Geheimtipps zählt der Biergarten „Zum Alten Wirt von Obermenzing” in der Dorfstraße, direkt neben der vorbeifließenden Würm. Empfehlenswert und relativ unbekannt ist auch der Michaeligarten, der idyllisch an einem kleinen See im Ostpark liegt. Oder besuchen Sie mal den lauschigen Biergarten „Zum Brunnwart”, der sich in Schwabing am Rand des Englischen Gartens versteckt. Tipps gibt es mehr als genug – am besten, Sie erkunden selbst die vielfältige Münchner Biergarten-Landschaft!

  • Augustiner Keller

    Arnulfstr. 52, 80335 München

    (89) 5943-93

  • Eataly

    Viktualienmarkt 15, 80331 München

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