Münchner Oktoberfest mal anders: zwei nicht alltägliche Tipps

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Das Münchner Oktoberfest kennt man rund um den Globus – aber nur wenige Menschen außerhalb Bayerns wissen, dass es seinen Ursprung in einem königlichen Pferderennen hat. Das aufwendig inszenierte Spektakel, sozusagen die erste „Oktoberfestparty”, fand im Jahr 1810 anlässlich der Vermählung des Kronprinzen Ludwig I. mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt. Sein Schauplatz: die Münchner Theresienwiese. Wer hätte sich damals träumen lassen, dass daraus im Lauf von 200 Jahren das größte Volksfest der Welt – das berühmte Münchner Oktoberfest – entstehen würde?

Das Marstall-Zelt – nostalgischer Zauber und gehobene Küche

Heute knüpft auf der Theresienwiese wieder ein Festzelt an die alte Tradition des Pferderennens an: Im Jahr 2014 eröffneten die Wirtsleute Sabine und Siegfried Able ihr „Marstall-Zelt“, in dem seither so manche zünftige Oktoberfestparty gefeiert wurde. Die Bezeichnung „Marstall” erinnert an die prunkvolle Reitschule der Münchner Residenz, die Leo von Klenze 1822 geschaffen hat. Im Innenraum stehen auch viele hölzerne Karusselpferdchen.

Aber nicht nur die Dekoration, sondern auch die Küche des Marstall-Zelts hebt sich vom Wiesn-Durchschnitt ab: Neben Klassikern wie Hendl und Fleischpflanzerl stehen gehobene kulinarische Genüsse auf der Karte, wie zum Beispiel Rücken vom Hirschkalb, „Marstall-Wiesnpfandl” oder „Vitello Bavaria” – zarter Kalbstafelspitz mit Gemüse-Meerrettich-Vinaigrette. Und wer eher Wein- als Bierliebhaber ist, findet die passende Begleitung dazu in einer umfangreichen Weinkarte. Eine weitere Annehmlichkeit sind die Marstall-Hostessen, die den Gästen gern die Suche nach einem freien Platz abnehmen.

Einladung zur Zeitreise: das Bier- und Oktoberfestmuseum

Wer tiefer in die Geschichte des Münchner Oktoberfests und der Bierkultur einsteigen möchte, dem sei ein Besuch des „Bier- und Oktoberfestmuseums” empfohlen. Die 2005 eröffnete Attraktion, gelegen in einer mittelalterlichen Gasse der Münchner Altstadt, ist in einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt untergebracht: Das historische Gebäude stammt aus dem Jahre 1327 und ist eine Sehenswürdigkeit für sich.

Im Erdgeschoss können Freunde des Gerstensaftes die Geschichte des Bierbrauens in der bayerischen Landeshauptstadt verfolgen. Hier erfahren sie alles über das wichtigste „Grundnahrungsmittel” der Münchner – von der Herstellung über das Reinheitsgebot bis hin zur Tradition der Klosterbrauereien. Auch historische Exponate sind zu bestaunen – wie alte Braukessel, Fässer und Zapfhähne, wertvolle Bierkrüge und technische Errungenschaften der Braukunst.

Das Oktoberfestmuseum im zweiten Stock bietet ebenfalls viele faszinierende Ausstellungsstücke rund um den bayerischen „Nationalrausch”. Hier können sich Besucher und Einheimische das ganze Jahr über das Münchner Oktoberfest und seine wechselvolle Geschichte informieren. Den dabei unweigerlich aufkommenden Durst löscht man dann am besten gleich im „Museumsstüberl“: Hier warten in einem urigen Ambiente die Biere aller Münchner Brauereien zum Testen und Genießen. Dazu werden bayerische Schmankerl aus der historischen Küche serviert. Das gemütliche Stüberl ist auch außerhalb der Museumszeiten geöffnet (montags bis samstags von 18 bis 24 Uhr).

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