Der Englische Garten mal anders: Surfen und Schwimmen im Eisbach

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Fragt man Surfer in aller Welt nach ihren Traumzielen, dann fallen bekanntlich nicht nur Namen wie Hawaii, Malibu oder Bondi Beach, sondern auch München. Schon vor Jahrzehnten ist der Englische Garten um eine Attraktion reicher geworden: Direkt neben dem Haus der Kunst lockt einer der berühmtesten Surfspots der Welt – die “stehende Welle” des Eisbachs. Hier trifft sich das ganze Jahr über die internationale Surferszene, egal bei welchem Wetter. Und wenn Sie selbst nicht dazugehören, haben Sie wahrscheinlich trotzdem schon von der Prinzregentenstraße aus bestaunt, wie die Könner ihres Sports tänzerisch auf der Eisbachwelle balancieren.

Nach ein paar Jahren wurde dieser Spaß eigentlich verboten. Doch seit 2010 ist er aufgrund eines Grundstückstauschs zwischen der Landeshauptstadt München und dem Freistaat Bayern ganz offiziell erlaubt. Gleichzeitig startete in den Kinos der mehrfach prämierte deutsche Dokumentarfilm “Keep Surfing“, der sich ganz dem Phänomen des Münchner Stadtsurfens widmet.

Ein mitreißendes Vergnügen – im wahrsten Sinn des Wortes

Welch unbändige Kraft im Eisbach steckt, sagt bereits der Name: Obwohl das Gewässer tatsächlich kalt ist, hat das Wort “Eis” hier nichts mit gefrorenem Wasser zu tun. Vielmehr liegt ihm (wie auch den Flüssen Isar, Isen und Eisack) die indogermanische Wurzel eis- zugrunde, was so viel bedeutet wie “schnell fließend”. Und diesem Attribut macht dieser schmale, aber reißende Nebenarm der Isar wirklich alle Ehre. Deshalb tun nicht nur Surfer gut daran, ihre Künste auf dem Brett zu perfektionieren, bevor sie sich ins Wasser trauen. Sie möchten nur mal eintauchen und sich abkühlen, weil Sie unter der heißen Hochsommersonne schwitzen? Achtung, dann sollten Sie ein exzellenter Schwimmer sein!

Eigentlich illegal, aber keinen juckt’s

Im Gegensatz zum Surfen ist das Schwimmen im Eisbach zwar noch immer verboten, allerdings hält man es hier mit der “Liberalitas Bavariae”: Wenn jemand trotzdem ins Wasser springt (oder besser steigt), wie es der Englische Garten im Sommer fast täglich erlebt, braucht er keinen Strafzettel zu befürchten. Ab 50 Meter hinter der Surfwelle haben Sie Gelegenheit zum Einstieg und können sich dann einfach von der Strömung treiben lassen. Es geht, parallel zum Hauptbett der Isar, zwei Kilometer weit durch den Ostteil des Parks und unter zwei Brücken hindurch, bis der Eisbach etwa 500 Meter unterhalb der John-F.-Kennedy-Brücke wieder in den Fluss mündet. Hier kann es aber gefährlich werden, deshalb sollten Sie den Bach spätestens an der zweiten Leiter wieder verlassen. Wenn Sie ganz sichergehen wollen, fragen Sie am besten jemanden, der dieses Abenteuer schon erfolgreich bestanden hat. Und es empfiehlt sich, die Strecke vorher zu Fuß abzulaufen, damit Sie sich im Klaren sind, was Sie wo erwartet. Und falls Ihnen das Wasser doch zu kalt sein sollte: Zur Not hilft ein Neoprenanzug.

Natürlich gibt es aber auch eine geruhsame Alternative, den Eisbach zu genießen, und die große Mehrheit der Münchner bevorzugt sie: einfach zusehen, wie andere bibbernd im kalten Wasser treiben – und selber ganz gemütlich auf der grünen Wiese liegen, sich von der Sommersonne wärmen lassen und ausgiebig Erholung tanken. Dazu ist er ja auch eigentlich gedacht, der Englische Garten.

Prinzregentenstraße München, neben dem Haus der Kunst

22 Prinzregentenstraße München BY 80538

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