Das Weinmahleins im Richwater & Mitchell

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tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

So war’s im Richwater & Mitchell

Marmite Popcorn. Das kann nur einer zum Beginn eines Weinmahleins-Abends servieren, der England mit der Schulspeisung eingesogen hat. Und tatsächlich, Anton Michel – Küchenchef im Richwater & Mitchell – ist halber Engländer und hat einen großen Teil seiner Jugend in London verbracht. Ist dann wieder nach Berlin zurückgekehrt und hat bei keinem geringeren als Kolja Kleeberg sein Handwerk gelernt. Und hat vor gut einem halben Jahr ein Restaurant aufgemacht, in dem er englische Küchentraditionen, wie die 1902 in Großbritannien erfundenen vegetarischen Würzpaste Marmite, mit dem Fine Dining fusioniert. Mit Sinn für feine Ironie. Dreifach frittierte, dicke Fritten liegen in einer fruchtig abgeschmeckten Currysauce, darauf Wurzelgemüse, garniert mit gehobelten, kross gebratenen Nüssen, sodass das Chip Shop Curry wunderbar cremig-crisp daherkommt.

Die Mischung von süß und salzig – und von beidem nicht zu wenig – des Marmite Popcorns kam dann im dritten Gang in der Version für Erwachsene auf den Teller: in der Kombination aus kurz frittierten, von Natur aus mit vielen Bitterstoffen angereicherten Rosenkohlblättern und süß-herben Cranberries. Das Gemüse umflorte ein sensationell zartes Stück Reh und geräuchertes Kartoffelpüree, ein großartiger Gang. Anton Michel kann Fleisch. Was er auch im vierten Gang mit dem rosa gegrillten Lammrücken – das Ruppiner Weidenlamm von Havelland-Express eignet sich besonders für Kurzgebratenes – unter Beweis stellte.

Die Weine des Abends kamen aus dem Bordeaux. Wie das zu England passt? Tatsächlich stand Bordeaux vom 12. bis zum 15. Jahrhundert unter der Herrschaft der Könige von England. Und die Briten waren es auch, die mit ihrer Liebe zum Bordeaux-Wein und dem entsprechend eifrigen Import den Aufstieg des Anbaugebietes – es ist übrigens so groß wie die gesamte Weinanbaufläche in Deutschland – erst möglich gemacht haben.

Im Bordeaux produziert ein einzelnes Weingut nicht mehr als drei Weine – das war eine der vielen spannenden Fakten, die Tobias Lassak im Laufe des Abends erklärte – und man kann sie auch nicht direkt beim Winzer kaufen, sondern nur in Handelshäusern. Ein solches vertrat Lassak an dem Abend nämlich, La Maison Ginestet, das seit über 100 Jahren ein führender Weingroßhandel am Standort Bordeaux ist. Entsprechend konnte Tobias Lassak auf eine riesige Auswahl zurückgreifen, vom Lateyron Crémant de Bordeaux über den frisch-fruchtigen Château Ferran. Pessac-Léognan Blanc 2015 (mein persönlicher Favorit) bis hin zu gleich zwei Rotweinen, die jeweils zu den beiden Fleischtellern gereicht wurden, und die nochmal bewiesen, wie frappierend anders Weine in der Kombination mit Essen schmecken.

Ein Abend, der seine Gäste beschwingt in die Moabiter Nacht entließ – wegen der hervorragenden Kochkünste von Anton Michel, des super aufmerksamen Services und der britisch-lässigen Stimmung, die im Richwater & Mitchell herrscht.

Stefanie Dörre

Das nächste tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin findet im Mine & Wine statt.

Richwater & Mitchell

30 Wiclefstraße Berlin Berlin 10551

(030) 3983-4099

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