ZITTY ART – Verhüllter Reichstag

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ZITTY ART präsentiert von Priceless Berlin.

Eine Ausstellung im Reichstag zeigt, wie Christo und Jeanne-Claude ihre Reichstagsverhüllung vorangetrieben haben.

1995 haben Christo und Jeanne-Claude für 14 Tage den Berliner Reichstag verhüllt.

Viele Politiker – allen voran Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble – haben sich damals vehement gegen das Projekt gestemmt, schmähten es als „Klamauk”, hielten es für unwürdig. Was für ein Irrtum! Die Verhüllung wurde zu einem Volksfest, an das sich die Berliner immer noch gerne erinnern. Die Kunsthistorikerin Sina Jentzsch, Leiterin der 2015 von Roland Specker gegründeten Stiftung Dokumentations-Ausstellung Verhüllter Reichstag, führte die Besucher zusammen mit ZITTY ART hinter die Kulissen dieser Kunstaktion.

100.000 Quadratmeter Stoff wurden dafür verwertet. Einige dieser silbrigen Bahnen liegen im zweiten Stock des Reichstagsgebäudes aus. Sie fühlen sich etwas kratzig an. Auch die blauen Seile, mit denen Christo das Gebäude verschnürt hat, können Besucher aus der Nähe betrachten. Christo hatte die Ausstellung selbst zusammengestellt. Sie dokumentiert die Geschichte des Projekts, die schon 24 Jahre früher begann.

Was viele nicht wissen: Christo und Jeanne-Claude hatten bereits 1971 mit den Vorbereitungen begonnen. Ein Raum beinhaltet den Schriftverkehr zwischen dem Künstlerpaar und den jeweiligen Regierenden in Deutschland. Zahlreiche Urkunden und andere Originaldokumente zeugen heute noch von dem Aufwand, mit dem der Prozess vorangetrieben wurde. Eberhard Diepgen, Willy Brandt und Rita Süßmuth setzten sich für die Umsetzung ein.

66 Originalzeichnungen und Collagen gibt es heute noch im Reichstag zu sehen. Christo hatte eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie die Arbeit aussehen sollte – Skizzen zeigen das verhüllte Gebäude zu jeder Tageszeit und bei jeder Witterung. Während die frühen Skizzen, die in den 70er-Jahren entstanden sind, noch ein relativ grobes Bild von dem Vorhaben abgaben, wurden sie später immer detaillierter. Ein maßstabsgetreues Modell ist ebenfalls zu sehen.

Die 225 Fotografien von Wolfgang Volz versetzten die Besucher noch einmal in diesen Sommer 1995. Aus jedem erdenklichen Winkel hat Volz den verhüllten Reichstag aufgenommen. Wir sehen ihn am Morgen und am Abend. Bei gutem und bei schlechtem Wetter. Und jedes Mal ist seine Wirkung eine andere. Nicht nur das Kunstwerk selbst steht auf vielen seiner Bilder im Fokus. Sie spiegeln auch die Begeisterung, mit der die Aktion von der Bevölkerung aufgenommen wurde.

Bis zum nächsten ZITTY ART präsentiert von Priceless Berlin

Text: Kirsten Niemann

Reichstagsgebäude

5 Scheidemannstraße Berlin Berlin 10557

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